17.10.: „Internationale Tag zur Beseitigung der Armut “

Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbeauftragter hat immer wieder auf die schwierige Situation von Alleinerziehenden und ihrer Kinder hingewiesen und eine bundesweite Kampagne gegen Frauenarmut gestartet. Informationen, Videos und Audios zur kostenfreien Nutzung unter: www.frauenbeauftragte.de

Gemeinsamer Appell zum 17. Oktober: Internationaler Tag zur Beseitigung der Armut

Armut von Alleinerziehenden nimmt zu – fast 1 Million Kinder alleinerziehender Eltern leben in Armut

In Deutschland tragen Alleinerziehende und ihre Kinder das höchste Armutsrisiko. Die erschreckenden Ergebnisse der Studie der Bertelsmann Stiftung vom Juli 2016 bestätigen die Erfahrungen der BAG der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Deutsch-lands, des Deutschen Frauenrates , des Verbandes der alleinerziehenden Mütter und Väter (VAMV e.V.), des Sozialdienst katholischer Frauen, SkF, Frauenwerk der Nordkirche und der Selbsthilfeinitiativen Alleinerziehender (SHIA e.V.). Schon seit vielen Jahren weisen diese und weitere Organisationen auf fortschreitende Verarmung von Alleinerziehenden und ihren Kin-dern hin und fordern die Politik zum Handeln auf.

Nach den Angaben der Studie der Bertelsmann Stiftung hat sich jedoch in den vergangenen zehn Jahren die Situation Alleinerziehender weiter verschlechtert statt verbessert. 2014 er-hielten 42 Prozent der Alleinerziehenden ein Einkommen, das weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens entsprach. Das sind 6,6 Prozent mehr als 2005. Im gleichen Zeitraum ist das Armutsrisiko bei Paarfamilien um fast zwölf Prozent gesunken.
Ein-Eltern-Familien sind fünfmal häufiger im SGB II-Bezug als Paar-Familien, obwohl mehr als drei Viertel der Alleinerziehenden über einen mittleren bis hohen Berufsabschluss verfügen.
90 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen. Die Hälfte der Kinder von Alleinerziehenden erhält keinen Unterhalt, obwohl er ihnen zusteht. 25 Prozent bekommen weniger als ihnen zusteht, weil der entsprechende Elternteil (mehrheitlich Väter) unregelmäßig oder zu wenig zahlt. Knapp eine Million Kinder von Alleinerziehenden lebt von Leistungen nach dem SGB II. Oft müssen Einelternfamilien nur deshalb Leistungen nach dem SGB II beantragen und sich den Restriktionen des Jobcenters unterwerfen, weil die unterhaltspflichtigen Elternteile ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkommen.
Es kann nicht hingenommen werden, dass zahlungsfähige unterhaltpflichtige Eltern, in der Regel Väter, ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkommen. Es braucht endlich wirksame rechtli-che Instrumente gegen zahlungsunwillige Elternteile.
Es ist unzumutbar und in keiner Weise nachvollziehbar, dass unterhaltsberechtigte Personen (zumeist Mütter) nachweisen müssen, inwieweit der Unterhaltspflichtige in der Lage wäre, einer Arbeit nachzugehen, die Unterhaltszahlung ermöglicht. Die Reform des Unterhaltsrech-tes 2008 hat die finanzielle Situation Alleinerziehender weiter verschärft.

Der Staat springt mit dem Unterhaltsvorschuss ein, wenn kein Kindesunterhalt gezahlt wird. Wenn aber nach 72 Monaten maximaler Bezugszeit und spätestens mit der Vollendung des zwölften Lebensjahres des Kindes die staatliche Unterstützung endet- wer zahlt dann? Es sind zumeist die Frauen, die es irgendwie hinbekommen müssen. Ein positiver Schritt ist die ge-rade kürzlich erfolgte Grundsatzeinigung in der Koalition zum Ausbau des Unterhaltsvor-schusses bis zum 18. Geburtstag des Kindes. Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt noch nicht vor. Offen bleibt, in welcher Form und wie schnell in Abstimmung mit den Ländern die Umsetzung dieses Beschlusses erfolgen wird. Die Unterhaltsbeträge nach der Düsseldorfer Tabelle sind schon lange nicht mehr zeitgemäß und decken nicht den Bedarf der Kinder. Viele sind aus finanziellen Gründen von sozialen und kulturellen Aktivitäten in ihrem unmittelbaren Lebensalltag ausgeschlossen. Alle diese Kinder haben einen schlechteren Start in das Leben.
Wenn Frauen und Männer in sehr jungen Jahren Familienaufgaben übernehmen, tragen sie ein hohes Risiko keinen Berufsabschluss zu schaffen. Gerade für die berufliche Erstausbildung und Qualifizierung von jungen Menschen mit Kindern ist die Teilzeitausbildung ein wichtiger Baustein.

Für alle Eltern ist die Vereinbarkeit von beruflichen Anforderungen und privaten Fürsorge-pflichten eine tägliche Herausforderung. Im Besonderen für Alleinerziehende ist das Vorhan-densein einer auf diese Belange zugeschnittene Kindertagesbetreuung eine wichtige Voraus-setzung für eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit.
Die zentrale politische Zielsetzung muss es sein, Rahmenbedingen zu schaffen, die es Allein-erziehenden ermöglichen, ihren Lebensunterhalt sowie den ihrer Kinder langfristig und nach-haltig durch eigene Erwerbstätigkeit zu sichern.

Einelternfamilien müssen endlich als eine gleichberechtigte Familienform sowohl rechtlich als auch finanziell anerkannt werden.

Deshalb fordern wir:

  • Die Anhebung und Dynamisierung des steuerlichen Entlastungsbetrages für Alleinerziehende
  • Keine Anrechnung des vollen Kindergeldes auf den Unterhaltsvorschuss
  • Zügige Umsetzung des Grundsatzbeschlusses zum Ausbau des Unterhalts-vorschusses ohne zeitliche Begrenzung der Bezugsdauer und bis zur Volljäh-rigkeit des Kindes in Höhe des Mindestunterhalts
  • Wirksame rechtliche Instrumente gegen zahlungsunwillige Elternteile
  • Den qualitativen und quantitativen Ausbau der Teilzeitberufsausbildung
  • Ausbau und Förderung von flexiblen Kindertagesbetreuungsformen außerhalb der Regelöffnungszeiten von Kita und Hort

Außerdem fordern wir die Einführung eines pauschalen Umgangskinder-Mehrbedarfs im SGB II, der an den hilfebedürftigen umgangsberechtigten Elternteil ausgezahlt wird und dem Zweck dient, die Existenz des Kindes während der Um-gangstage sicher zu stellen. Wir fordern Rechtssicherheit für Alleinerziehende, dass während der Umgangstage nicht das Sozialgeld für ihr Kind gekürzt wird.

Langfristig brauchen wir einen Systemwechsel, der über den Lebensverlauf hinweg bis ins hohe Alter auf ökonomische Selbständigkeit setzt. Es gilt Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine aktive Elternschaft von Müttern und Vätern ermöglicht. Alle Kinder haben das Recht auf eine umfassende Förderung, unabhängig von der jeweiligen Familienform in der sie auf-wachsen. Das ist nur möglich durch eine Kindergrundsicherung

Sie, als Politiker und Politikerinnen müssen endlich handeln!

Unterzeichner/innen:
BAG der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Deutschlands, e.V.
Deutscher Frauenrat e.V.
Diakonie Deutschland
Sozialdienst katholischer Frauen, SkF e.V., Gesamtverein
Verband alleinerziehenden Mütter und Väter, VAMV e.V., Bundesverband
Selbsthilfeinitiativen Alleinerziehender, SHIA e.V.
Evangelische Frauen in Baden
Frauenwerk der Nordkirche
Netzwerk Alleinerziehenden-Arbeit Baden Württemberg

Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbeauftragter hat immer wieder auf die schwierige Situation von Alleinerziehenden und ihrer Kinder hingewiesen und eine bundesweite Kampagne gegen Frauenarmut gestartet. Informationen, Videos und Audios zur kostenfreien Nutzung unter: www.frauenbeauftragte.de

STOP Frühehen! – Bildung statt Heirat

TDF_logoBundesgeschäftsstelle
TERRE DES FEMMES e. V.
Brunnenstr. 128 • 13355 Berlin
Tel. 030 40504699-0 • Fax 030 40504699-99
E-Mail: info@frauenrechte.de
www.frauenrechte.de

Bitte unterstützen Sie unsere Petition „STOP Frühehen! – Bildung statt Heirat“

Der internationale Frauentag am 8. März steht nun unmittelbar vor der Tür. In weniger als zwei Wochen finden weltweit Aktionen und Veranstaltungen statt, um unter anderem auf die Diskriminierung von Frauen aufmerksam zu machen und für ihre Gleichberechtigung einzutreten.

Wir möchten Sie bitten, anlässlich dieses Tages Unterschriften für unsere aktuelle Petition „STOP Frühehen – Bildung statt Heirat!“ zu sammeln!

Bisher haben bereits über 40.000 Menschen diese Petition unterschrieben! Bei unseren UnterstützerInnen wollen wir uns ganz herzlich für ihr Engagement bedanken!

Die Petition läuft nur noch bis Ende April und wir haben uns für den Endspurt das ehrgeizige Ziel gesetzt, über 50.000 Unterschriften an Justizminister Maas übergeben zu können. Mit der Anzahl der Unterschriften steigen unsere Chancen, eine Gesetzesänderung zu erreichen. Daher bitten wir Sie, im Rahmen von Veranstaltungen zum internationalen Frauentag auf unsere Petition aufmerksam zu machen und Unterschriften zu sammeln. Den Link zur Aktion finden Sie hier:

http://www.frauenrechte.de/online/index.php/themen-und-aktionen/gewalt-im-namen-der-ehre/schwerpunkt-fruehehen/unterschriftenaktion

Im Rahmen des Themenschwerpunktes „STOP Frühehen“ findet eine TERRE DES FEMMES-Kooperation mit dem Film „Mustang“ statt. Der Film ist sehr empfehlenswert und veranschaulicht in Spielfilmformat das Thema Frühehen in der Türkei.

In diesem Zusammenhang noch ein Hinweis, der die Dringlichkeit unserer Forderungen unterstreicht: Seit Beginn der Unterschriftenaktion wurden neue Zahlen veröffentlicht. Mittlerweile geht man nicht mehr von 39.000 Mädchen aus, die täglich vor ihrem 18. Geburtstag weltweit verheiratet werden, sondern von 41.000, also 15 Millionen pro Jahr!

Im Voraus vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Mit herzlichen Grüßen,

Myria Böhmecke

Monika Michell

Bundesgeschäftsstelle
TERRE DES FEMMES e. V.
Brunnenstr. 128 • 13355 Berlin
Tel. 030 40504699-0 • Fax 030 40504699-99
E-Mail: info@frauenrechte.de
www.frauenrechte.de

Das Unterschriftenblatt können Sie sich hier Petition-TDF_Fruehehen herunterladen

„Wir brechen das Schweigen“ – die Mitmachaktion 2015 des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“

Unter dem Motto „Wir brechen das Schweigen“ sollen so viele Menschen wie möglich dazu bewegt werden, gewaltbetroffenen Frauen ihre Solidarität auszusprechen und Betroffene, Angehörige wie Fachkräfte auf das Angebot aufmerksam zu machen. Schirmherrin der Aktion ist Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.

Machen Sie mit!

Weitere Informationen:
Hilfetelefon_Gewalt_gegen_Frauen_Aktionsleitfaden_Wir_brechen_das_Schweigen

 

Equal Pay Day 2016

epd-logoBrandaktuelles Programm steht
Equal Pay Day Foren können kommen!

Die drei Foren zur Einstimmung auf den Equal Pay Day 2016 stehen nun unmittelbar bevor:

In Berlin wird Bundesministerin Manuela Schwesig am 3.11.2015 die Kampagne einläuten und über die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung zur Förderung der Lohngerechtigkeit sprechen. Emanuela Heyninck reist aus Ontario/Kanada an, um zu berichten, welche rechtlichen und gesellschaftlichen Wirkungen dort der „Pay Equity Act“ seit seinem Inkrafttreten vor mehr als 20 Jahren entfaltet hat. Prof. Dr. Klaus Hurrelmann hat mit der Shell Jugendstudie der jungen Generation den Puls gefühlt: die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben sowie die Planbarkeit von Berufstätigkeit haben einen hohen Stellenwert. Wie stehen wohl die Chancen, dass sie ihre Vorstellungen durchsetzen – und damit auch zur Schließung der Lohnlücke beitragen? Diskutieren Sie mit!

Weiter geht es in Frankfurt am 10.11.2015, wo es unter anderem um die Aufwertung im Tarifgefüge gehen wird: Leni Breymaier vom ver.di Landesbezirk Baden-Württemberg kann uns ganz aktuell über Erfolge und Hindernisse des Erzieherinnen-Streiks berichten.

Am 18.11.2015 in Düsseldorf wird Cornelia Heintze aufzeigen, wie viel Geld „in die Hand genommen werden muss“, um den Beruf der Altenpflege zukunftsfähig zu machen.

Das finale Programm finden Sie hier zum Download.

Das Anmeldeformular finden Sie hier.

Geschäftsstelle Forum Equal Pay Day | Schloßstraße 25 | D-12163 Berlin
T: +49.30.31 17 05 17 | F: +49.30.55 65 91 94  | info@equalpayday.de | www.equalpayday.de